Menstruation nachhaltig (er)leben – ein Tabuthema auf dem Weg zur Akzeptanz

Fast die Hälfte der Menschen dieser Erde tun es – sie menstruieren. Und doch ist es eines der letzten großen Tabuthemen, dass Frauen auf der ganzen Welt auf verschiedenen Ebenen beeinflusst: von Scham angefangen bis hin zum ausgrenzenden Aberglauben, gibt es immer noch viele Mythen und Unsicherheiten rund um diese Thematik. Auch gesundheitliche, soziale und ökologische Aspekte müssen beim Thema Menstruation berücksichtigen werden. Lange galt: Über Menstruation spricht man nicht! In den letzten Jahren ist aber eine Umbruchstimmung zu erleben, denn es die natürlichste Sache der Welt und der Grund dafür, dass wir alle überhaupt existieren – schließlich ist die Menstruation ein Zeichen von Fruchtbarkeit.

Nachhaltigkeit bei Frauenhygiene – was heißt das?

3.000.000 Liter Menstruationsblut werden täglich weltweit von circa 300 Millionen Frauen vergossen. Jede Frau erlebt ihren Zyklus und das Bluten anders – oft sind aber leider Regelschmerzen und Unwohlsein sowie hormonelle Schwankungen keine Seltenheit. „Mit dem Kauf von nachhaltigen Hygieneprodukten können Frauen einen entscheidenden Einfluss auf ihre Gesundheit und auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten nehmen“ meint Annemarie Harant, Expertin für Frauenhygiene und Geschäftsführerin der erdbeerwoche GmbH.

Es gibt mittlerweile viele Alternativen zu Wegwerfbinden und konventionellen Tampons, welche zwei große Kritikpunkte haben: einerseits stellen sie ein Umwelt- und Müllproblem dar, andererseits enthalten sie oft gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe und Materialen:

  • Fast 50 Milliarden Menstruationsprodukte werden jährlich allein in der EU verbraucht und weggeworfen u.a. ist dieser Müllberg problematisch, weil der Großteil der Frauenhygieneprodukte Plastik enthält, was bis zu 500 Jahre braucht, um zu verrotten.
  • Beim gesundheitlichen Aspekt sind Hautirritationen, Pilzinfektionen bis hin zum lebensbedrohlichen „Toxischem Schocksyndrom“ zu beachten. Alternativprodukte wie Menstruationstassen, waschbare Stoffbinden und Bio-Tampons sind auf dem Vormarsch und mittlerweile in den gängigen Drogerien erhältlich.

Am 28.Mai ist „Menstrual Hygiene Day“ – es soll unter anderem daran erinnert werden, dass nicht alle Frauen Zugang zu Hygieneprodukten haben. Und es in vielen Länder dieser Welt für Mädchen und Frauen verboten ist, während ihrer Periode zur Schule zu gehen, Glaubenseinrichtungen zu betreten oder manchmal sogar im eigenen zu Hause zu schlafen. Dieser Tag soll auch zur Bewusstseinsbildung zum Thema „Menstruation, Weiblichkeit und Gleichberechtigung“ dienen. Denn es gilt: Umso mehr man über den eigenen Zyklus und Körper weiß, umso selbstbestimmter kann man sein!

Quellen:

 

Literatur zum Thema

  • Eat like a woman – Rezepte für einen harmonischen Zyklus von Andrea Haselmayr (Autor), Verena Haselmayr (Autor), Denise Rosenberger
  • Ebbe und Blut von Luisa Stömer
  • Kinderbuch: Lina, die Entdeckerin von Katharina Schönborn-Hotter
  • Das Tage Buch von Heike Kleen
  • Girlsplaining von Katja Klengel
  • Superpower Periode von Maisie Hill

 

Filme zum Thema

 

Podcast

  • Podcast-Folge #127 Erklär mir die Menstruation, Annemarie Harant

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